Jan Ritsema: Politics of Aesthetics


ANARCHIV LECTURE #2

Das Theater des niederländischen Regisseurs und Dramatikers Jan Ritsema passiert in jenen einzigartigen Momenten, wo Denken und Spielen zusammenfällt. Ritsema inszenierte Stücke von Shakespeare, Bernard-Marie Koltès und immer wieder Heiner Müller, er dramatisierte Erzählungen u.a. von James Joyce, Henry James, Virginia Woolf und Rainer Maria Rilke. Mit eigenen Stücken wie "Weak Dance. Strong Questions", "Pipelines. A Construction" und "Blindspot" sorgt er in Europa seit den 90er Jahren für Furore. Nicht die Illusions- oder Reflexionsmaschine Theater interessiert ihn, sondern die leibhaftige Präsentation einer subtilen Anhäufung und Verschränkung von Gedanken. In dem von ihm gegründeten "International Theatre Bookshop" gab er über 400 Theater- und Kunstbücher heraus. 2005 hat Jan Ritsema in der Nähe der französischen Stadt Reims das PerformingArtsForum (PAF) gegründet. PAF ist ein Ort für künstlerische Forschung und Kunstproduktion sowie für die ständige Hinterfragung der Ausbildungssituation in den darstellenden Künsten.