ANARCHIV LECTURE #4
Die Darstellende Kunst und besonders der Tanz, so hören wir oft und gern, widersetzen sich ihrem Wesen nach der Bewahrung. Und das, was trotzdem bleibt, gibt nur Zeugnis vom Verlust dessen, was einmal war.
(Tanz-)Archive wären demnach Stätten der Trauer.
Doch womöglich täuscht dieser Eindruck. Womöglich ähneln Archive in Wirklichkeit viel eher Spielcasinos. Wer dort wagt, gewinnt. Fragt sich nur, was..
Franz Anton Cramer ist freischaffender Tanzwissenschaftler, Publizist und Kritiker. Er arbeitet regelmäßig mit dem Tanzarchiv Leipzig und dem Centre National de la Danse (Paris) zusammen und ist Koordinator des Verbunds Deutscher Tanzarchive für Tanzplan Deutschland. Er ist Professor am Studiengang „Zeitgenössischer Tanz, Kontext, Choreographie“ im Rahmen des Hochschulübergreifenden Zentrums Tanz Berlin, das er seit 2006 mitentwickelte. Im Juni 2007 wurde Franz Anton Cramer zum Fellow am Collège international de Philosophie in Paris ernannt. Neben zahlreichen Veröffentlichungen zu Aspekten des zeitgenössischen Tanzes, des Archivwesens, der Kulturpolitik sowie der Geschichte der Bewegungskulturen erschien zuletzt die Monographie „In aller Freiheit. Tanzkultur in Frankreich zwischen 1930 und 1950.“